Werke
Michail Glinka
Ouvertüre zur Oper „Ruslan und Ludmilla“
Sergej Rachmaninoff
Klavierkonzert Nr. 2 c‑Moll op. 18
Nikolaj Rimsky-Korsakow
Scheherazade op. 35
Klavier Roman Borisov
Dirigent Nicholas Milton
Konzerteinführung 18:30 Uhr im oberen Festsaalfoyer
Was für ein Auftakt ist das zu Glinkas „Ruslan und Ludmilla“! Glinka lässt das Orchester sich hineinstürzen in die Ouvertüre: Nach ein paar kräftigen Akkorden folgen wilde, ja fetzige Läufe in den Streichern. Aber auch das Melodische kommt nicht zu kurz, schon anfangs. Und noch schöner ist später die Cellokantilene.
Michail Glinka gilt als Vater der russischen Musik, unter anderem wegen seiner Oper „Ein Leben für den Zaren“ von 1836, aber auch wegen der einige Jahre später komponierten Oper „Ruslan und Ludmilla“.
Mit schlechtem Gewissen erzählt Nikolaj Rimsky-Korsakow in seinen Memoiren viele Jahre später davon, wie er die Partitur von „Ruslan und Ludmilla“ mit einer Fülle an Druckfehlern herausgegeben hat. Aber auch von einem „Gefühl grenzenloser Bewunderung und Verehrung“ gegenüber Glinka spricht Rimsky-Korsakow, der selbst zu einer prägenden Figur der russischen Musikgeschichte wurde.
Rimsky-Korsakows Meisterschaft hört man seiner „Scheherazade“ noch heute an: Diese symphonische Suite vertont so anschaulich wie klangschön einige Episoden der Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“.
Los geht es mit ein paar harschen Akkorden, die den grausamen Sultan zeigen, der sich Abend für Abend eine Jungfrau zuführen lässt, nur um sie tags darauf zu töten, damit sie ihm nicht untreu werde.
Nach den Klängen des Sultans hören wir aber gleich die verführerische Melodie der Solovioline, die in diesem Werk für Scheherazade steht, die gewandte Geschichtenerzählerin. Ihr schenkt der Sultan am Ende das Leben, weil sie so bezwingend erzählen kann. Man kennt die Rahmenhandlung: In keiner einzigen Nacht hat der Sultan es ausgehalten, nicht zu erfahren, wie Scheherazades Geschichten am nächsten Tag wohl weitergehen werden.
Auch als zweiten Programmpunkt dieses Symphoniekonzerts hören wir einen Publikumsrenner: Wir freuen uns jetzt schon auf das Pathos der ersten Klavierakkorde, mit denen Rachmaninoffs zweites Klavierkonzert anfängt, und auf die schwermütige Melodie danach. Falls Sie noch nicht wissen, wie es weitergeht, dann lassen Sie sich überraschen!
Roman Borisov wird das Konzert für uns spielen, der im Oktober 2022 als jüngster Teilnehmer den 1. Preis beim Kissinger KlavierOlymp gewann. Er ist Mitte 20 und wird seit einigen Jahren als Solist bei größeren europäischen Orchestern eingeladen.
Die Leitung hat Nicholas Milton, Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Göttinger Symphonieorchesters und des Willoughby Symphony Orchestra in Sydney.
Tickets sind im Kartenbüro der Hofer Symphoniker (Klosterstraße 9–11, Tel. 09281/7200–29) und unter www.hofer-symphoniker.de erhältlich.

