Werke
Igor Strawinsky
Symphonies d’instruments à vent
Avner Dorman
Frozen in Time
Sergej Rachmaninoff
Symphonische Tänze op. 45
Schlagwerk Vivi Vassileva
Chefdirigent Martijn Dendievel
Konzerteinführung 18:30 Uhr im oberen Festsaalfoyer
Im Anschluss an das Konzert:
Ausklang: Nachgefragt
mit Vivi Vassileva im oberen Festsaalfoyer
Ihre Geschichte beginnt wie im Märchen: Aus einer bulgarischen Musikerfamilie stammend, lernte die in Hof geborene Vivi Vassileva zunächst Geige. Üben wollte sie aber lieber etwas Anderes: Noch als Kind entdeckte sie an einem wilden Strand am Schwarzen Meer die Handtrommeln für sich, die dort von den ortskundigen Strandbesuchern gespielt wurden. Sie wollte wissen, wie man darauf musiziert, und bekam so ihren ersten Schlagzeugunterricht. Ihre Ausbildung begann an der Musikschule der Hofer Symphoniker.Professionelle Hochschullehrer folgten. Es dauerte nicht lange, und Vivi Vassileva wurde Mitglied im renommierten Bundesjugendorchester – als jüngstes Mitglied. Bald gewann sie wichtige Preise.
Wenn Vivi Vassileva das Schlagwerk bedient, vibriert die Luft. Man kann das förmlich spüren. Aber sie hat auch einen Sinn für die Feinheit der Schlaginstrumente, für das Melodiöse und das Meditative. Das kann einen richtig in Trance versetzen!
Laut dem aus Israel stammenden Komponisten Avner Dorman bezieht sich der Titel seines Stücks „Frozen in Time“ auf imaginäre Schnappschüsse der geologischen Entwicklung der Erde von prähistorischer Zeit bis in unsere Gegenwart: „Indoafrica“, „Eurasia“ und „The Americas“ lauten die Satzbezeichnungen. In der Musik sind südindische Rhythmen ebenso inbegriffen wie Mozart-Anklänge, Tango, Jazz und Swing.
Den Rahmen bilden in diesem Konzertprogramm Werke zweier russischer Komponisten, die ihre Karriere fern der Heimat machten.
Igor Strawinskys Symphonies d’instruments à vent heißt auf Deutsch übersetzt recht nüchtern Zusammenklänge von Blasinstrumenten. Das knackige, originelle Werk nahm seinen Anfang als Trauermusik für den französischen Komponisten Claude Debussy, der 1918 starb. Den zuerst entstandenen Choral funktionierte Strawinsky später gewohnt pragmatisch, aber auch wirkungs- und respektvoll zum Schlussteil seiner Debussy gewidmeten Symphonies um. Das Werk hat formal allerdings nichts mit einer klassischen Symphonie zu tun.
Sergej Rachmaninoff war im Jahr der Revolution 1917 aus Russland ausgewandert und sollte von da an seine Heimat nie mehr wiedersehen. Er ging in die USA und wurde einer der großen Klaviervirtuosen seiner Zeit.
Seine Symphonischen Tänze hat er in Long Island komponiert. Uraufgeführt wurden sie 1941. Es ist ein prachtvolles, aber auch düsteres Werk, in dem der Tanz eher als abstrakte Idee wirkt, konkret zum Beispiel durch die Dominanz rhythmisch markanter Motive im ersten Satz. „Dies irae“-Anklänge evozieren später einen Totentanz. Reizvoll ist auch die Instrumentation mit Saxophon, das im klassischen Orchester normalerweise fehlt.
Tickets sind im Kartenbüro der Hofer Symphoniker (Klosterstraße 9–11, Tel. 09281/7200–29) und unter www.hofer-symphoniker.de erhältlich.



