Werke

Paul Ben-Haim
„Psalm“ aus der Sympho­nie Nr. 1
Paul Hinde­mith
Violin­kon­zert cis-Moll
Johan­nes Brahms
Sympho­nie Nr. 2 D‑Dur op. 73

 

Violi­ne Josef Špaček
Chefdi­ri­gent Marti­jn Dendievel

 

Konzert­ein­füh­rung
18.30 Uhr

 

Im Anschluss an das Konzert:
Ausklang: Nachge­fragt
mit Josef Špaček und Marti­jn Dendie­vel im oberen Festsaalfoyer

 

Die klassi­sche Musik­ge­schich­te ist reich an Nischen – und an Schät­zen. Einer dieser Schät­ze ist Paul Ben-Haims Sympho­nie Nr. 1. Sie gehört zu den musika­li­schen Geheim­tipps, die vielleicht bald jeder kennt. Seien Sie dabei und urtei­len Sie selbst! Es lohnt sich.

 

Wir spielen für Sie den zweiten Satz der Sympho­nie. Er ist eine einzig­ar­ti­ge instru­men­ta­le Verto­nung eines persisch-jüdischen Lieds, auf dessen ergrei­fen­de Melodie der 121. Psalm gesun­gen wurde: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.“ Ben-Haims „Psalm“ wird zwar häufi­ger auch einzeln aufge­führt. Inner­halb der Sympho­nie aber ist er der tiefgrün­di­ge, kraft­vol­le Ruhepol zwischen zwei Ecksät­zen, die klang­lich deutlich von ihrer Entste­hungs­zeit geprägt sind.

 

Der Kompo­nist, der ursprüng­lich Paul Franken­bur­ger hieß, war 1933 aus Deutsch­land nach Paläs­ti­na ausge­wan­dert. Seine erste Sympho­nie schrieb Paul Ben-Haim, wie er sich ab seinem Exil nannte, im ersten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Er kompo­nier­te sie für das Paläs­ti­nen­si­sche Sympho­nie­or­ches­ter, den Vorläu­fer des heuti­gen Israel Philhar­mo­nic Orchestra.

 

Paul Hinde­mith begann in jenen Jahren ebenfalls, sich von Nazi-Deutsch­land zu verab­schie­den. Er verließ das Land 1938. Er war Kompo­nist, Hochschul­leh­rer und Bratschen­vir­tuo­se. Begon­nen aber hatte er als Geiger. Von 1915 bis 1923 wirkte er als Konzert­meis­ter an der Frank­fur­ter Oper.

 

Sein kraft- und spannungs­vol­les virtuo­ses Violin­kon­zert entstand kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Melodik und Harmo­nik sind ungewohnt, aber plastisch und griffig; und Hinde­mith kompo­nier­te außer rhyth­misch packen­den Passa­gen auch bezau­bern­de Melodien und spannen­de leise Momente.

 

Mit den Hofer Sympho­ni­kern wird Josef Špaček das Konzert für uns spielen. Er ist unser aktuel­ler Fokus­künst­ler, der in dieser Saison schon mit Tschai­kow­skys Violin­kon­zert bei uns gastier­te. Die Leitung hat Chefdi­ri­gent Marti­jn Dendievel.

 

Entspan­nung pur bietet in der zweiten Konzert­hälf­te die Sympho­nie Nr. 2 von Johan­nes Brahms, der man ihre Gelöst­heit deutlich anhört. Vielleicht kennen Sie die Geschich­te: Es war ja so, dass Brahms es sich mit Sympho­nien nicht leicht­mach­te. Ein früher Versuch rührte aus einer verwor­fe­nen Sonate für zwei Klavie­re. Aber Brahms war streng mit sich. Und aus der Sympho­nie wurde nichts. Statt­des­sen entstand daraus nach langem Ringen das 1. Klavier­kon­zert. Es dauer­te Jahrzehn­te, bis Brahms auch seine erste Sympho­nie kompo­nier­te; 1876 wurde sie uraufgeführt.

 

Und damit war der Knoten geplatzt: Die Zweite folgte wenig später. Sie wurde sehr schnell zu einem weite­ren Publi­kums­lieb­ling im Schaf­fen von Johan­nes Brahms.

Tickets sind im Karten­bü­ro der Hofer Sympho­ni­ker (Kloster­stra­ße 9–11, Tel. 09281/7200–29) und unter www.hofer-symphoniker.de erhältlich. 

Veranstalter
Hofer Symphoniker

Foto
© Radovan Subin

Johnys! Bar

Kulmba­cher Str. 4
95030 Hof

Mo – Sa ab 18 Uhr geöffnet

An Bundes­li­ga-Samsta­gen ab 15:30 Uhr

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